Kritische Analyse motivationsbedingter Fehlzeiten.pdf

Kritische Analyse motivationsbedingter Fehlzeiten PDF

Martin Hülsmann

Inhaltsangabe:Einleitung:
Bereits Anfang 1980 erschien ein anarchistisches Buch mit dem Titel Wege zu Wissen und Wohlstand oder lieber krankfeiern als gesund schuften! , welchem schnell die Beinamen Krankfeierbroschüre und Untergrundfibel anhafteten. Darin wurden detailliert Methoden beschrieben, wie ein arbeitsunwilliger Arbeitnehmer einem Arzt unwiderlegbar Arbeitsunfähigkeit vortäuschen könnte, um in den Besitz einer Krankschreibung zu kommen. Das Buch wurde in Deutschland, nach Feststellung der Verfassungswidrigkeit der beschriebenen Methoden und der damit verbundenen Aufforderung zum Betrug, Ende 1980 verboten. Es hielt sich jedoch noch lange in zensierter Form in den Buchläden und war noch viele Jahre später ein Verkaufsschlager.
Furore machte das Buch aber auch aus folgendem Grund. Durch die Herausgabe wurde in Deutschland der Terminus Krankfeiern etabliert. Dieser dominierte auch etliche Jahre später noch die Diskussion des betrieblichen Krankenstandes. Eine noch größere Dimension erreichte der Diskurs durch eine Titelgeschichte des Magazins Der Spiegel aus dem Jahre 1991. Darin wurde ergänzend der neue Begriff Volkssport Krankfeiern geprägt, in welchem deutlich die vermutete Tragweite des Problems steckt.
Die Aktualität dieses Themas reißt nicht ab. Genauso wenig lässt die Polemik und Provokanz nach, mit der verschiedene Experten das Thema diskutieren. So macht der in vielen Unternehmen bekannte Fehlzeitenberater Michael Schmilinsky vor allem die deutsche Ärzteschaft, welche sich durch leichtfertiges Krankschreiben ihren Kundenstamm sichern will, für die Problematik des Krankfeierns verantwortlich. Ferner identifiziert er das weitmaschige Sozialnetz, das geradezu zum Blaumachen einlädt, und Führungskräfte in Unternehmen, die sich nicht gegen Betriebsräte durchsetzen können, als Problemfelder. Natürlich muss das Thema viel differenzierter diskutiert werden. Es muss den Sichtweisen unterschiedlicher Interessengruppen, sowohl Arbeitnehmern als auch Unternehmen, Rechnung getragen werden.
Gerade in Zeiten der Globalisierung, in denen Deutschland darum kämpft, sich als Wirtschaftstandort zu behaupten, spielt dieses Thema eine entscheidende Rolle. Hohe Lohn- und Lohnnebenkosten belasten schon lange die Konkurrenzfähigkeit deutscher Produkte auf den internationalen Märkten. Zunehmend ins Bewusstsein der Menschen rückt aber auch das Problem, dass Deutschland Statistiken zufolge die höchsten Fehlzeitenquoten im europäischen Vergleich aufweist.
Dabei stellen insbesondere Fehlzeiten betriebswirtschaftlich gesehen eine erhebliche Beeinträchtigung der Rentabilität eines Unternehmens dar. Einerseits wirken sie sich katastrophal auf den betrieblichen Ablauf aus. Andererseits haben Fehlzeiten aber auch vielschichtige Kosten zur Folge, z.B. durch die Einarbeitung zusätzlich beschäftigter Arbeitskräfte oder durch ungenügende Auslastungen des Produktionsapparates.
In Deutschland macht der betriebliche Krankenstand etwa die Hälfte aller Fehlzeiten aus. Allein dieser verursachte im Jahr 2007 geschätzte 65 Mrd. Euro Kosten für die deutsche Volkswirtschaft. Leider ist es nahezu unmöglich, Zahlen über den Anteil der motivationsbedingt Abwesenden am Krankenstand zu ermitteln. Trotzdem ist sich jeder darüber bewusst, dass dieser nicht unbedeutend ist. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass diese Abwesenheiten für Unternehmen, im Kontrast zu echten krankheitsbedingten Fehlzeiten, in der Regel vermeidbar bzw. steuerbar sind. Grundlage dafür ist, dass sie nicht ausschließlich von außerbetrieblichen Faktoren erzeugt werden. Die Tatsache, dass eine negativ erlebte Arbeitssituation ursächlich für das Fehlen sein könnte, ist Legitimation genug für eine profunde Untersuchung der Problematik. Die Daueraktualität des Themas ist unverkennbar.
Ziel der Arbeit:
Fehlzeiten sollten nicht ausschließlich negativ gesehen werden. Fehlzeiten sind Symptom und Signal dafür, dass von betrieblicher Seite irgendwas nicht stimmt und verän

Folie 1

6.84 MB DATEIGRÖSSE
9783836644433 ISBN
SPRACHE
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Aktuelle Bewertungen

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Sofia Voigt

Lehrstuhl für Unternehmensführung und Organisation ...

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Matteo Müller

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Noel Schulze

(auch Absentismus) sind jegliche Abwesenheitszeiten vom Arbeitsplatz, ungeachtet des Grundes. Absentismus (Absentismus): Zahlreiche Untersu­chungen haben bestätigt, dass eine inverse Be­ziehung von Arbeitszufriedenheit und Häufig­keit der Fehlzeiten besteht.Der Zusammenhang ist allerdings nicht so eindeutig wie im Fall von Arbeitszufriedenheit und Fluktuation. STRATEGIEN ZUR FEHLZ EITENREDUKTION Theoretischer ...

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Jason Lehmann

... wird in der Wis. *) Vgl. Ulrich, E.: Fehlzeiten — ein kritischer Oberblick, in: Zeit ... schen »Krankheit« und »rein motivationsbedingten Fehl zeiten« setzt voraus, daß ... tistik kann analysiert werden, wie sich Geschlecht, Natio nalität, Alter und ...

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Jessica Kohmann

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