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Ethnische Konflikte im Transkaukasus PDF

Rupert Stöger

Inhaltsangabe:Einleitung:
Innerstaatliche, kriegsähnliche Auseinandersetzungen lassen sich nach Gantzel/Siegelberg grundsätzlich in zwei Arten gliedern: Zum einen in die sogenannten Anti-Regimekriege, die meist einen Befreiungskampf von einer Kolonialmacht darstellen, und zum anderen in die Seperations- bzw. Autonomiekriege. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit der letztgenannten Form, also mit ethnisch strukturierten Konflikten im Transkaukasus, die zu Separations- bzw. Autonomiebestrebungen führen und schließlich in gewalttätigen Auseinandersetzungen eskalieren.
Die wachsende Zahl ethnisch strukturierter Konflikte auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion lassen wissenschaftliche Fragen nach dem Wesen dieser Konfliktart, den Ursachen- und Wirkungszusammenhängen, den Konfliktparteien, den eskalationsbefördernden Mechanismen und schließlich den deeskalierenden und konfliktlösenden Antworten um so brennender erscheinen. Nur wenn analytische Klarheit darüber herrscht, welche Interessen, Ziele und Mittel aufeinandertreffen und angeblich unvereinbar sind, kann der Diskurs über einen gerechten Ausgleich und Lösungsvorschläge beginnen. Es gilt allerdings zu beachten, daß es hierbei als Grundlage zuerst einer eindeutigen Klärung der Genese ethnisch strukturierter Konflikte bedarf. Sollten diese wirklich in ethnischen Unterschieden ihren tieferen Ursprung haben, werden jegliche Lösungsansätze zur Wirkungslosigkeit verdammt, da die Auseinandersetzungen immer wieder aufbrechen werden bis zum absoluten und dauerhaften Sieg einer Partei.
Gerade die Konflikte um Berg Karabach sowie um Abchasien bieten sich als Fallbeispiele an, da ihr Inhalt, das Verhalten der Eliten, der Konfliktverlauf und die Rolle äußerer Mächte als typisch für ähnlich gelagerte Spannungen im Transkaukasus herangezogen werden können und daher eine geeignete Grundlage für mögliche Lösungsansätze bieten. Die Behandlung gemeinsamer Ursachen unter Punkt 5.2. werden ihre Beispielfunktion unterstreichen. Daneben riefen diese beiden Fälle das meiste internationale Echo hervor, sind von großer regionalpolitischer Bedeutung und führten zu den schwerwiegendsten Belastungen für die jungen Republiken.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Steht zunächst die theoretische Behandlung der Frage nach den Hintergründen und Eskalationsursachen ethnisch strukturierter Konflikte im Mittelpunkt, wird im Punkt 3 auf die historischen und politischen Entwicklungen im Transkaukasus eingegangen, die zur heutigen Herrschaftssituation führten. Da die Identitäten und Forderungen der Ethnien auf die Geschichte bezogen sind, ist eine Darstellung der wichtigsten Ereignisse nötig, um die Argumentation der Parteien nachvollziehen zu können. Doch ist es an dieser Stelle in Anbetracht der Problemstellung nicht erforderlich, auf alle ethnischen Gruppen des Transkaukasus einzugehen und einen erschöpfenden Abriß über ihre Geschichte zu leisten. Die Ausführungen sollen vielmehr einen möglichst runden Gesamtüberblick über die heterogene ethnische Situation und die aktuelle politische Lage geben, als essentiellen Informationsrahmen für die ausgewählten Fallbeispiele und Grundlage möglicher Lösungen.
Dafür gibt der Anhang im Anschluß an diese Arbeit einen Überblick über alle ethnischen Gruppen des gesamten Kaukasus bezüglich ihrer Hauptsiedlungsgebiete, ihrer Religion sowie Sprache und ihrer Größe. Da die Auseinandersetzungen nicht isoliert ablaufen, werden unter Gliederungspunkt 4 die Bedeutung und Interessen der wichtigsten Mächte für diese Region untersucht.
In Abschnitt 5 werden die Fallbeispiele sowohl in ihrem Verlauf dargestellt, als auch nach ihren spezifischen Hintergründen untersucht. Zur besseren Herausstellung der Unterschiede lehne ich mich an eine Typologie von Uwe Halbach an, der nach interethnischen und interrepublikanischen Gebietskonflikten sowie nach Autonomiekonflikten innerhalb einer Republik unterscheidet. In diesem Teil steht nicht d

Kriege und ethnische Konflikte — einige Beispiele aus ... Zusammenfassung. Die Besetzung des politischen Raumes durch die Artikulation einer ethnischen oder religiösen Identität findet heute auch in Afrika statt — man denke aktuell nur an die „ethnic clashes“ oder die „religious clashes“ in Ruanda, Burundi, DR Kongo, Sudan, Äthiopien, Côte d’Ivoire oder Nigeria —, ist aber beileibe nicht ein spezifisch afrikanisches Phänomen.

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3832402209 ISBN
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Wohin führen die ethnischen Konflikte in Russland ...

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